Serra de' Conti

Die Fattoria Serra San Martino gehört zur Gemeinde Serra de Conti in der Provinz Ancona und befindet sich damit etwa im Zentrum der Region Marken. Der Weinbau hat in dieser Gegend eine lange Tradition und ist ein wichtiger Faktor für Wirtschaft und Landschaftsbild. In der Umgebung des Ortes werden einige der besten Weißweine der DOC-Lage "Verdicchio dei Castelli di Jesi" angebaut.
Serra de' Conti ist ein lebhafter mittelalterlicher Ort mit engen Gassen. Er ist von einer eindrucksvollen Stadtmauer umgeben, in die ein noch aktives Kloster und ein interessantes Klostermuseum integriert sind. Wie so häufig in den Kleinstädten der Marken findet hier vor allem in den Sommermonaten ein reges kulturelles Leben statt. Ende November wird das Cicerchia-Fest gefeiert, bei dem in den winterlichen Gassen liebevoll ausgeschmückte Trattorias traditionelle Spezialitäten aus der Hülsenfrucht Cicerchia (Platterbse) anbieten, deren Anbau durch SlowFood gefördert wird.

Die Marken

Die Region Marken ist landschaftlich durch die flache sandige Adriaküste im Osten und die parallel dazu verlaufende Bergkette des Apennins im Westen geprägt. Dazwischen liegt eine fruchtbare Hügellandschaft, deren besonderer Reiz in der scheinbar unendlichen Aneinanderreihung sanfter Hügel und der gleichzeitig ständig wahrnehmbaren Nähe des Meeres und der Berge besteht. Ein dichtes Netz von Dörfern und kleinen Städten, oft von mittelalterlichen Stadtmauern umgeben, überzieht die Hügelkuppen.
Schmale Sandwege schwingen sich als weiße Linien durch die intensiv landwirtschaftlich genutzten Hänge. Wein, Oliven, Sonnenblumen, Obst und Gemüse - das Landschaftsbild ist kleinteilig und abwechslungsreich und bietet ein im Wechsel der Jahreszeiten ständig sich wandelndes Farbspiel.
Historisch bedingt durch das "Halbpachtsystem" gibt es um die Hunderttausend einzeln stehende Gehöfte, von denen viele seit Jahrzehnten leer stehen. Mit seiner Abschaffung und der Umstrukturierung der Landwirtschaft in den sechziger Jahren hat sich das Leben in die Dörfer und Städte verlagert, wo Arbeitsplätze, soziale Kontakte und kulturelle Aktivitäten zu finden sind. Nur Ancona mit seinem Fährhafen hat einen modernen, großstädtischen Charakter, alle anderen Zentren sind Kleinstädte mit oft gut erhaltenem historischen Kern und bedeutenden bau- und kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten.
Die römische Antike, das Mittelalter und die Renaissance haben das Erscheinungsbild der Orte geprägt, wie etwa die Küstenstädte Pesaro, Fano und Senigallia oder im Hinterland Ascoli Piceno, Fermo, Macerata, Jesi und vor allem Urbino, das durch sein einheitliches Stadtbild aus dem 15. Jahrhundert ganz besonders beeindruckt.
Infolge der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte breiteten sich allerdings auch die Gewerbezonen im Umkreis der Orte weiter aus. Das produzierende Gewerbe mit den Bereichen Möbel, Küchen, Textilien, Lederwaren oder Landmaschinen in Kombination mit dem Tourismus an der Küste sorgte lange für eine relativ gute Arbeitsmarktlage. Im Gegensatz zur dicht bebauten Küste und zur landwirtschaftlichen Nutzung des Hügellandes bietet der bergige Teil der Marken fast unberührte Natur mit mehreren Nationalparks. Im Süden erreichen die eindrucksvollen Sibyllinischen Berge 2500m Höhe und laden zum Wintersport ein.